Martin Tettke diskutiert im Digital-Health-Podcast die gravierenden Cybersicherheitsrisiken in Krankenhäusern und Medizinprodukten. Ein konkreter Fall zeigt, wie ein Krankenhauses-Netzwerk durch ein offenes WLAN und Standard-Anmeldedaten mit Benutzername und Passwort „admin" kompromittiert wurde. Ein Informant hatte das Krankenhaus zunächst vergeblich auf die Sicherheitslücke hingewiesen; erst nach Anfrage durch heise online handelte die Klinik.
Tettke kritisiert mehrere Versäumnisse: Der Dienstleister hätte das System nicht mit Standard-Zugangsdaten übergeben dürfen, und das Krankenhaus hätte grundlegende Sicherheitsanforderungen bei der Übernahme überprüfen müssen. Weitere Probleme sind unzureichende Netzwerktrennung zwischen Verwaltungs-, Medizintechnik- und Zugangskonrollsystemen, mangelnde Personalausstattung und sogenannte Shadow IT. Viele Kliniken fehlt Geld und Personal für angemessene Risikobewertung.
Die Bedrohungslage hat sich grundlegend verschärft: Moderne Cyberangriffe sind schneller und komplexer, Patches müssen sofort erfolgen, und Kliniken müssen davon ausgehen, bereits angegriffen worden zu sein. AI-Modelle unterstützen Angreifer, können aber auch zur Eigenüberprüfung genutzt werden. Eine Krise-Simulation des Fraunhofer-Instituts demonstrierte die Unvorhersehbarkeit solcher Anschläge. Tettke betont, dass geschultes Personal notwendig ist und dass jeder Sicherheitsvorfall ein Mehrfaches der Kosten für neue Mitarbeiter verursacht.
Kernpunkte:
- Martin Tettke erläutert, wo Gesundheitseinrichtungen ihre IT-Sicherheit verbessern müssen.
- Ein Fall aus einem Krankenhaus zeigt, wie folgenreich IT-Sicherheitsmängel sein können.
- heise online sprach mit Martin Tettke im Digital-Health-Podcast.
Quelle: heise Security (Deutsch)

