Deutschlands Gesundheitsreform, insbesondere der Vorschlag zur Verdopplung von medizinischen Abrechnungsprüfungen in Krankenhäusern, droht Klinikpleiten zu verschärfen und bürokratische Kosten zu erhöhen statt zu senken. Das Universitätsklinikum Freiburg schätzt, dass Abrechnungsdokumentation und Kodierungsvorgänge täglich das Äquivalent von 250 Ärztinnen und Ärzte sowie 500 Pflegekräfte binden, während diese administrative Belastung bundesweit etwa 50.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen betrifft. Krankenhausleiter befürworten gezieltes Stichprobenverfahren, klarere Regelungen und Digitalisierung statt verstärkter Prüfungen.
Kernpunkte:
- Baden-Württembergs Klinikdefizit könnte aufgrund der Reform von 880 Millionen Euro in diesem Jahr auf 1,7 Milliarden Euro im nächsten Jahr steigen.
- Das Marienhospital Stuttgart meldete diese Woche Insolvenz an.
- Jede Ärztin und jeder Arzt sowie jede Pflegekraft am Universitätsklinikum Freiburg verbringt täglich etwa eine Stunde mit Abrechnungsdokumentation.
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gesundheitsreform-krankenhaeuser-leiden-unter-buerokratie-200930774.html · de

