Die Sängerin Ksenia Aleksandrova (Neksusha) machte ihre HIV-Diagnose öffentlich, um Aufmerksamkeit auf die Epidemie in Russland zu lenken. Sie erhielt die Diagnose unerwartet vor vier Jahren während eines Krankenhausaufenthalts mit Covid-19. Während das Gesundheitsministerium behauptet, die HIV-Infektionsrate habe sich seit 2016 halbiert, und 931.000 Menschen mit HIV zählt, gibt die Behörde Rospotrebnadzor die Zahl mit 1,23 Millionen an. Experten warnen, dass offizielle Statistiken das wahre Ausmaß der Epidemie verschleiern. Russland rangierte 2021 weltweit an fünfter Stelle bei neu diagnostizierten HIV-Infektionen mit 3,9 Prozent aller neuen Fälle.
Präventionsmaßnahmen sind durch staatliche Maßnahmen gegen vulnerable Gruppen und mangelnde Finanzierung stark beeinträchtigt. Mehrere HIV-bezogene Organisationen wurden geschlossen oder gezwungen, ihre Arbeit einzustellen: Phoenix Plus wurde 2020 als "Auslandsagent" eingestuft, die Elton John AIDS Foundation und die Eurasian Coalition on Health, Rights, Gender and Sexual Diversity als "unerwünschte Organisationen" designiert, und die Andrey Rylkov Foundation schloss 2023 nach dieser Bezeichnung. Der SPID Center musste seine Niederlassung in Nischni Nowgorod 2025 schließen. Gleichzeitig hat Russland sein Verbot sogenannter "LGBT-Propaganda" erweitert und die internationale LGBT-Bewegung als extremistische Organisation eingestuft. Unter Militärangehörigen zeigt sich ein dramatischer Anstieg: Im ersten Kriegsjahr wurden vierzig Mal mehr HIV-Fälle diagnostiziert als zuvor, bis Ende 2023 etwa zwanzigmal mehr als vor dem Krieg.
Kernpunkte:
- Ksenia Aleksandrova wurde unerwartet mit HIV diagnostiziert, während sie vier Jahre zuvor wegen Covid-19 im Krankenhaus lag.
- Neksusha entschied sich, ihre Diagnose öffentlich zu machen, um Aufmerksamkeit für die Krankheit zu schaffen.
- Russland rangierte 2021 weltweit an fünfter Stelle nach dem Anteil neuer HIV-Infektionen und verzeichnete 3,9 Prozent aller neuen Fälle weltweit.
Quelle: The Moscow Times (Englisch)

