Ein neuer Bericht des Australian Strategic Policy Institute warnt, dass veraltete Technologie ein erhebliches Sicherheitsrisiko für nationale Infrastrukturen darstellt. Das Problem hat sich vom reinen Wartungsthema zu einer Resilienzfrage entwickelt, da Sicherheitslücken schneller ausgenutzt werden und künstliche Intelligenz diese Bedrohung beschleunigt. Mehrere Länder haben bereits unter den Folgen gelitten: Ein Cyberangriff auf den Hafen von Nagoya unterbrach 2024 die Operationen, auf den Philippinen waren nur zehn von 19 nationalen Doppler-Wetterradaren betriebsbereit, und ein Brand in einem südkoreanischen Datenzentrum 2025 zerstörte 96 Systeme.
Australien verfügt zwar über robuste politische Rahmenbedingungen, weist aber erhebliche Umsetzungslücken auf. 59 Prozent der australischen Bundesbehörden berichten, dass veraltete Technologie sie daran hindert, das Essential-Eight-Cybersecurity-Framework auf Reifegrad 2 zu implementieren. Zudem zeigte eine Prüfung durch das Australian National Audit Office, dass nur etwa fünf Prozent der Defence-Systeme, die eine Genehmigung benötigen, bis Mitte 2024 in das Genehmigungsmanagementsystem aufgenommen wurden. Das ASPI schlägt einen neuen Governance-Ansatz namens "Legacy Five" vor, um veraltete Technologie sichtbar zu machen, Verantwortlichkeiten zu klären und diese schrittweise zu ersetzen.
Kernpunkte:
- Fast 40 Prozent der am häufigsten angefochtenen Sicherheitslücken betreffen Geräte am Ende ihrer Lebensdauer.
- Die durchschnittliche Zeit bis zur Ausnutzung einer neu bekannt gemachten Sicherheitslücke ist von 63 Tagen auf fünf Tage gesunken.
- Künstliche Intelligenz beschleunigt die Exposition gegenüber Sicherheitslücken.
Quelle: ASPI The Strategist (Englisch)

