Frauenhäuser in Deutschland geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen, die mit Ransomware, Datendiebstählen und Erpressung arbeiten. Sicherheitsexperten berichten von gezielten Angriffen mit präparierten E-Mails zu vermeintlichen Praktikumsstellen, die Malware enthalten. Die Angreifer drohen damit, sensible Daten zu veröffentlichen, falls kein Lösegeld gezahlt wird.
Parallel dazu erschwert die verbreitete Verfügbarkeit von Tracking-Apps und sogenannter Spouseware – spezialisierte Überwachungssoftware – den Schutz dieser vertraulichen Adressen erheblich. Fast alle Fälle von Partnerschaftsgewalt haben einer Analyse zufolge mittlerweile eine digitale Komponente. Das ständige Bedrohungsszenario durch digitale Verfolgung erzeugt zusätzliche Arbeitslast für das Personal der Frauenhäuser.
2025 fanden etwa 13.400 Frauen und über 15.000 Kinder Zuflucht in deutschen Frauenhäusern. Der Bundesverband der Frauenhäuser und Fachberatungsstellen (FHK) fordert spezialisierte Schulungen und mehr Ressourcen für Polizei, Justiz und Hilfssystem. Ein FHK-Projekt zur Handlungssicherheit gegen digitale Gewalt endete im März 2026 mangels Bundesförderung.
Kernpunkte:
- Digitale Angriffe gefährden die Sicherheit von Personal und Bewohnern in Frauenhäusern.
- Frauenhäuser werden durch Cyberangriffe mit Datendiebstählen erpresst.
- Secure Research Labs berichtete von gezielten Ransomware-Angriffen gegen Frauenhäuser.
Quelle: behoerden-spiegel (Deutsch)

