Der Gesundheitssektor weltweit sieht sich einer wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe gegenüber. Nach Daten des European Repository of Cyber Incidents wurden zwischen 2022 und 2025 351 bedeutende Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen verzeichnet. Diese Angriffe manifestieren sich als Ransomware, Datendiebstahl oder gezielte Störungen von Krankenhausnetzwerken und gefährden die Patientenversorgung sowie die nationale Sicherheit.
Die fortlaufende Digitalisierung medizinischer Infrastrukturen vergrößert die Angriffsflächen. Ein Cyberangriff auf den Abrechnungsdienstleister Unimed im Mai 2026 führte zum Diebstahl von Daten von über 100.000 privaten Patienten deutscher Unikliniken. Der Angriff auf das US-Unternehmen Stryker im März 2026 verursachte eine globale Netzwerkstörung; die iranische Hackergruppe Handala beanspruchte die Verantwortung.
Deutschland und die EU entwickeln Strategien zur Stärkung der Cybersicherheit. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik spielt eine zentrale Rolle beim Schutz des deutschen Gesundheitssektors. Die deutsche Gesundheitsministerin kündigte ein spezifisches Gesundheitssicherheitsgesetz an. Die CER- und NIS-2-Richtlinien verpflichten Betreiber kritischer Infrastrukturen zur Meldung schwerwiegender Vorfälle und zielen auf die Stärkung der Resilienz. Integrierte nationale, europäische und globale Resilienzstrategien mit verbessertem Informationsaustausch und Koordinationsmechanismen sind erforderlich.
Kernpunkte:
- Der Gesundheitssektor weltweit sieht sich einer wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe gegenüber.
- Das European Repository of Cyber Incidents verzeichnete zwischen 2022 und 2025 351 bedeutende Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen.
- Cyberangriffe stellen eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit und die nationale Sicherheit dar.
Quelle: https://www.swp-berlin.org/en/publication/cybersicherheit-im-gesundheitssektor · de · neutral

