Krankenwagen in Blaulichtfahrt

Experten zweifeln an der Umsetzbarkeit der EUDI-Wallet in Deutschland

Sachverständige äußern erhebliche Bedenken zur geplanten Einführung der europäischen digitalen Geldbörse (EUDI-Wallet) in Deutschland. Bei einer Bundestag-Diskussion wurden fehlender Datenschutz, mangelnde Transparenz, ungeklärte Haftungsfragen, Sicherheitsrisiken und unrealistische Zeitpläne kritisiert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) geleitet.

Bianca Kastl vom Innovationsverbund Öffentliche Gesundheit (InÖG) kritisierte vor allem den intransparenten Entwicklungsprozess und die geplante Lösung mit signiertem Daten und Cloud-Sicherheit als langfristig nicht optimal. Sie äußerte auch Zweifel, ob das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine unabhängige Sicherheitsbewertung durchführen kann, und warnte vor Experimentierklauseln im Gesetzentwurf.

Daniel Leisegang befürchtet, dass die Wallet zum Start bei Weitem nicht die Funktionalität haben wird, die sie haben sollte. Der Gesetzentwurf räume dem BMDS erhebliche Spielräume für spätere Ausbaustufen ein, während datenschutz- und Sicherheitsvorgaben im europäischen Prozess schrittweise abgeschwächt würden.

Kernpunkte:

  • Sachverständige warnen vor fehlendem Datenschutz und einer überhasteten Einführung der EUDI-Wallet.
  • Die EU schreibt vor, dass die Mitgliedstaaten bis Anfang 2027 eine interoperable nationale Wallet bereitstellen.
  • In Deutschland verantwortet das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) die Umsetzung.

Quelle: https://www.heise.de/news/Ist-das-Projekt-noch-zu-retten-Experten-zweifeln-an-Umsetzung-der-EUDI-Wallet-11360249.html · de