Lucy Ward untersucht, wie Catherine die Große ihre geheime Pockenimpfung im Oktober 1768 zu einem außergewöhnlichen Akt der politischen Selbstinszenierung machte. Durch Gedenkmünzen, religiöse Zeremonien, Theateraufführungen und internationale Korrespondenz nutzte Catherine ihre persönliche medizinische Entscheidung, um sich als aufgeklärte, selbstlose Herrscherin darzustellen und ihre Herrschaft als Usurpatorin zu legitimieren. Sie ließ ihren Sohn Paul ebenfalls impfen, um beide Leben inmitten einer verheerenden Pockenepidemie in St. Petersburg zu schützen. Das Vertrauen aus ihrer erfolgreichen Impfung fiel zeitlich mit ihrer Kriegserklärung gegen die Türkei zusammen, wodurch sie ihre Eroberung der Krankheit mit imperialer Expansion verband.
Kernpunkte:
- Catherine II. ließ sich am 12. Oktober 1768 heimlich gegen Pocken impfen
- Catherine beschloss, dass sie und ihr Sohn sich impfen lassen sollten, um ihre Leben während einer verheerenden Pockenepidemie in St. Petersburg zu schützen
- Catherine zog es vor, 'Überzeugungsmittel statt Autorität' einzusetzen, um ihre Untertanen zur Impfung zu ermutigen
Quelle: Engelsberg Ideas (backfill) · en

